Feyre hat ihren Seelengefährten gefunden. Doch es ist nicht Tamlin, sondern Rhys. Trotzdem kehrt sie an den Frühlingshof zurück, um mehr über Tamlins Pläne herauszufinden. Er ist auf einen gefährlichen Handel mit dem König von Hybern eingegangen und der will nur eins – Krieg. Feyre lässt sich damit auf ein gefährliches Doppelspiel ein, denn niemand darf von ihrer Verbindung zu Rhys erfahren. Eine Unachtsamkeit würde den sicheren Untergang nicht nur für Feyre, sondern für ganz Prythian bedeuten. Doch wie lange kann sie ihre Absichten geheim halten, wenn es Wesen gibt, die mühelos in Feyres Gedanken eindringen können?
Der Konflikt zwischen Hybern und Prythian spitzt sich weiter zu und der drohende Krieg rückt immer näher. Feyre kehrt an den Frühlingshof zurück und nimmt dort weiterhin ihre Rolle als Verbündete des Feindes ein. Während sie nach außen hin versucht, sich in ihre alte Position einzufügen, verfolgt sie insgeheim ein anderes Ziel: Sie will Unruhe innerhalb des Hofes stiften und gleichzeitig möglichst viele Informationen über Hyberns Pläne sammeln.
Dabei gelingt es Feyre, sich Zugang zu wichtigen Informationen zu verschaffen und ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Doch eine unerwartete Entwicklung zwingt sie schließlich dazu, den Frühlingshof vorzeitig zu verlassen und an den Hof der Nacht zurückzukehren. Dort laufen währenddessen die Vorbereitungen auf den bevorstehenden Krieg weiter.
Gemeinsam mit Rhysand versucht Feyre, die verschiedenen High Lords davon zu überzeugen, ihre bisherigen Konflikte beiseitezulegen und sich gegen Hybern zusammenzuschließen. Für den bevorstehenden Kampf wäre ein gemeinsames Vorgehen der sieben Höfe entscheidend, doch alte Feindschaften und persönliche Interessen erschweren die Bildung eines Bündnisses.
Auch Nesta und Elain müssen sich mit den Folgen ihrer Verwandlung auseinandersetzen. Als neu gewordene Unsterbliche müssen sie erst herausfinden, wie sie mit ihrem veränderten Leben und ihren neuen Fähigkeiten umgehen. Gleichzeitig geraten Feyre, Rhysand und ihre Freunde immer wieder in Situationen, die ihre Pläne gefährden und neue Entscheidungen verlangen.
Währenddessen sammelt der König von Hybern seine Armee und bringt seine Truppen in Stellung. Ein Krieg zwischen den verschiedenen Mächten von Prythian scheint damit unausweichlich. Doch kurz vor und während des entscheidenden Konflikts tauchen unerwartete Verbündete auf, die den Verlauf der Ereignisse beeinflussen.
Schließlich kommt es zur großen Schlacht, in der die verschiedenen Parteien um die Zukunft von Prythian kämpfen. Zwischen Magie, alten Feindschaften, Bündnissen und persönlichen Schicksalen entscheidet sich, welche Seite den Krieg überstehen und welche Zukunft die Welt der Fae erwarten wird.
Der dritte Band konnte mich leider nicht ganz so packen wie sein Vorgänger. Trotzdem habe ich Feyre, Rhysand und ihre Familie sehr gerne weiter begleitet und wollte natürlich wissen, wie sich der bevorstehende Krieg und die vielen persönlichen Konflikte entwickeln.
Besonders der Einstieg am Frühlingshof hat mir gut gefallen. Feyre muss dort ihre Rolle spielen und gleichzeitig versuchen, an wichtige Informationen zu gelangen. Diese Abschnitte waren für mich spannend, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass daraus noch mehr gemacht wird. Vor allem bei der Szene auf dem Fest hatte ich erwartet, dass ihre vorgetäuschte Liebe zu Tamlin sie noch in eine richtig schwierige Situation bringen würde. Letztendlich wurde dieser Punkt für meinen Geschmack etwas zu schnell abgehandelt.
In der Mitte hat die Geschichte für mich dann leider etwas an Tempo verloren. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass noch eine große Wendung kommt, die mich völlig überrascht – diese blieb allerdings aus. Zum Ende hin konnte Sarah J. Maas die Spannung dann wieder deutlich anziehen, sodass ich trotzdem wieder stärker in der Handlung war.
Feyre hat sich seit dem ersten Band enorm verändert. Aus dem Mädchen, das zunächst kaum wusste, wie sie in dieser neuen Welt zurechtkommen soll, ist eine deutlich selbstbewusstere und stärkere Frau geworden. Ich fand es schön zu beobachten, wie viel sie gelernt hat und wie sehr sie inzwischen für sich selbst und die Menschen, die ihr wichtig sind, einsteht.
Und dann sind da natürlich Feyre und Rhysand. Ich liebe die beiden zusammen einfach. Ihre Verbindung wirkt für mich so intensiv und selbstverständlich, dass ich ihre Gefühle beim Lesen wirklich spüren konnte. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen mehrfach den Gedanken, dass ich Band 1 eigentlich noch einmal lesen müsste – diesmal mit dem Wissen über Rhysand und all den kleinen Dingen, die man im Nachhinein vermutlich zwischen den Zeilen entdecken würde.
Sehr gut gefallen mir außerdem die vielen Nebencharaktere und die Beziehungen, die Sarah J. Maas nach und nach aufbaut. Teilweise stehen diese Entwicklungen in diesem Band zwar eher im Hintergrund, aber gerade dadurch entstehen unglaublich viele Möglichkeiten für zukünftige Geschichten. Bei einigen Figuren würde ich definitiv gerne noch mehr erfahren und auch über mögliche Spin-offs würde ich mich sehr freuen.
Ein paar Kritikpunkte hatte ich allerdings. Manche Schauplätze konnte ich mir nicht ganz so gut vorstellen und an einer Stelle hatte ich ein ziemliches Déjà-vu, weil sich die Situation für mich zu sehr nach einer bereits bekannten Lösung angefühlt hat. Gerade dort hätte ich mir etwas Eigenständigeres gewünscht.
Insgesamt hat mir die Fortsetzung gut gefallen und die Geschichte ist meiner Meinung nach weiterhin sehr gut durchdacht. Für mich kommt sie allerdings nicht ganz an Band 2 heran, weil sich besonders die Mitte etwas gezogen hat. Trotzdem liebe ich Feyre und Rhysand, bin gespannt auf die Entwicklungen der Nebencharaktere und möchte definitiv wissen, wie es weitergeht.