Es sollte ein einfacher Job sein.
Doch jetzt gehöre ich den Poets – den fünf heißen Mafiatypen, die alles von mir wollen.
Und auch bekommen.
Aus einem simplen Auftrag wurde innerhalb kürzester Zeit ein Albtraum. Mein Bruder hat mir keine Stelle vermittelt, sondern mich an meinen Erzfeind und seine vier besten Freunde verkauft. An die Mörder meiner Schwester. Und einer von ihnen weiß, wer ich wirklich bin. Ich habe mich zu sehr von den fünf Männern einwickeln lassen, statt auf Abstand zu gehen. Jetzt zahle ich den Preis dafür, denn ich gehöre ihnen. Hinter ihren freundlichen Fassaden lauern Monster, die nur darauf warten mir meine dunkelsten Geheimnisse entlocken und meine düstersten Fantasien erfüllen zu können. Es ist unmöglich für mich von ihnen wegzukommen. Und vor allem weiß ich nicht, wem von ihnen ich mein Herz schenken soll.
Die prickelnde Reverse-Harem-Reihe von Katy Crown geht in die nächste Runde. Es wird gefährlicher und noch leidenschaftlicher. Mit expliziten Szenen.
Die Geschichte setzt direkt an die Ereignisse des ersten Bandes an und baut ohne größere Einführung auf den bereits entstandenen Beziehungen und Konflikten auf. Dadurch setzt der zweite Teil voraus, dass die Vorgeschichte bekannt ist, da viele Entwicklungen, Spannungen und Dynamiken bereits zuvor aufgebaut wurden.
Im Mittelpunkt steht erneut Rosaly – beziehungsweise die Person, die alle für Rosaly halten. Während im ersten Band bereits angedeutet wurde, dass mehr hinter ihrer zurückhaltenden Art steckt, rückt nun ihre Vergangenheit deutlich stärker in den Vordergrund. Nach und nach wird offenbart, dass sie nicht die ist, für die sie sich ausgibt.
Hinter der ruhigen, kontrollierten Rosaly verbirgt sich Ravenna. Nach einem einschneidenden Ereignis in ihrer Vergangenheit übernahm sie die Identität ihrer verstorbenen Schwester und lebt seitdem unter deren Namen weiter. Nur sehr wenige Menschen kennen die Wahrheit über ihre Herkunft und ihre tatsächliche Identität. Dieser Teil der Geschichte greift immer wieder auf frühere Ereignisse zurück und zeigt, welche Entscheidungen dazu geführt haben und warum Ravenna ihr bisheriges Leben hinter sich gelassen hat.
Gleichzeitig verändert sich ihre Rolle innerhalb der Gruppe der Poets zunehmend. Was ursprünglich als rein berufliche Verbindung begann, entwickelt sich immer stärker in eine persönliche und intensive Richtung. Während die Mitglieder der Gruppe im ersten Teil bereits Einfluss auf Rosaly genommen haben, geraten sie nun zunehmend mit den Seiten von Ravenna in Kontakt, die bisher verborgen geblieben sind.
Dabei zeigt sich schnell, dass Ravenna sich deutlich von dem Bild unterscheidet, das andere von Rosaly haben. Sie tritt direkter auf, provoziert häufiger und scheut sich weniger davor, Grenzen auszutesten. Dadurch verändert sich auch die Dynamik innerhalb der Gruppe. Die Beziehungen werden komplizierter, intensiver und bringen nicht nur Ravenna, sondern auch die Poets selbst immer wieder an ihre Grenzen.
Neben den Entwicklungen zwischen den Figuren beantwortet der Band zahlreiche Fragen aus dem ersten Teil und liefert neue Einblicke in die Vergangenheit. Gleichzeitig entstehen neue Geheimnisse und offene Punkte, die die Geschichte weiter vorantreiben und die Entwicklungen für die folgenden Ereignisse vorbereiten.
Ich hatte nach Band 1 wirklich nicht erwartet, dass die Geschichte noch einmal so deutlich die Richtung verändert. Dort wirkten die Poets auf mich teilweise noch fast kontrolliert – hier fällt diese Fassade ziemlich schnell. Band 2 zieht vieles deutlich weiter, intensiver und extremer auf und zeigt Seiten der Figuren, die vorher nur angedeutet wurden.
Was mir dabei tatsächlich gut gefallen hat: Rosaly beziehungsweise Ravenna bekommt endlich deutlich mehr Profil. Im ersten Band hatte ich noch oft Probleme, sie richtig zu greifen. Hier versteht man ihre innere Zerrissenheit wesentlich besser. Gerade der Kontrast zwischen der vorsichtigen, angepassten Seite und der Frau, die sie eigentlich einmal war oder vielleicht immer noch ist, macht ihre Entwicklung deutlich interessanter. Ich habe an vielen Stellen wirklich mit ihr mitgefühlt, weil man merkt, wie oft sie versucht, Kontrolle zu behalten, obwohl sie sich zunehmend in Situationen wiederfindet, die sie emotional komplett überfordern.
Die Poets selbst haben mich überrascht – allerdings nicht unbedingt immer positiv. Vieles, was im ersten Band noch wie überzeichnetes Bad-Boy-Verhalten wirkte, bekommt hier deutlich mehr Gewicht. Gleichzeitig hatte ich aber das Gefühl, dass hinter diesem ganzen Auftreten mehr steckt als bloße Provokation oder Machtdemonstration. Immer wieder hatte ich den Eindruck, dass die Figuren Gefühle zeigen, die sie sich selbst nicht eingestehen wollen und die sie lieber hinter Spielchen, Konkurrenzverhalten und übertriebener Coolness verstecken.
Besonders spannend fand ich dabei die Dynamik innerhalb der Gruppe. Für mich wirkte manches weniger wie echte Kontrolle und mehr wie ständiges Austesten, wer welchen Platz einnimmt und wer die Oberhand behalten will. Dadurch entstanden einige Szenen, die deutlich mehr Spannung hatten als im ersten Band.
Die Spicy-Szenen haben diesmal für mich deutlich besser funktioniert. Nicht unbedingt, weil sie extremer waren, sondern weil sie sich mehr aus den Figuren und der Dynamik ergeben haben. Im ersten Band hatte ich oft das Gefühl, dass körperliche Nähe die Handlung ersetzt. Hier hatte ich deutlich häufiger das Gefühl, dass die Spannung vorher aufgebaut wird. Dieses Knistern, die Provokationen, die Blicke, die unterschwellige Anziehung – das war oft fast stärker als die eigentlichen Szenen selbst. Gerade die Gruppendynamik hat dafür gesorgt, dass viele Momente eine ganz eigene Intensität hatten.
Und obwohl ich im ersten Band noch ziemlich kritisch war, muss ich zugeben: Hier hatte ich deutlich mehr Spaß. Nicht nur die Anziehung zwischen den Figuren wirkt greifbarer, sondern auch die eigentliche Geschichte bekommt endlich mehr Substanz. Die Handlung fühlte sich nicht mehr nur wie Aneinanderreihung einzelner Szenen an, sondern hatte für mich mehr Richtung.
Band 2 hat für mich vieles besser gemacht als sein Vorgänger. Mehr Tiefe, spannendere Figuren und deutlich stärkere Dynamiken. Die Spicy-Szenen haben diesmal durch Spannung und Figurenkonstellationen funktioniert und nicht nur durch ihre bloße Präsenz. Ich bin gespannt, ob Band 3 das Niveau halten kann.