Still Beating

Kurzbeschreibung

Als Cora die Geburtstagsparty ihrer Schwester verlässt, erwartet sie höchstens einen schlimmen Kater. Womit sie nicht rechnet, ist ein gestohlenes Portemonnaie und dass ausgerechnet Dean, der unausstehliche Verlobte ihrer Schwester, sie nach Hause fahren muss. Womit sie auch nicht rechnet, ist, nach einem Unfall an Dean gefesselt im Keller eines Fremden aufzuwachen. Cora und Dean müssen sich gemeinsam ihrem schlimmsten Albtraum stellen. Diese traumatische Erfahrung wird ihnen alles abverlangen – sie wird die Grenzen zwischen Hass und Liebe nachhaltig verwischen und sie beide mehr aneinanderbinden, als Ketten es je vermochten …

Bei diesem Buch handelt es sich um Dark-Thriller-Romance mit düsteren Themen und einer Leseempfehlung ab 18 Jahren. Im Buch sind Triggerwarnungen enthalten.

Inhaltsangabe

Cora und Dean können sich seit Jahren nicht ausstehen. Dean ist der Verlobte von Coras Schwester und nutzt jede Gelegenheit, um Cora mit seinen Streichen zu provozieren. Natürlich lässt sie sich das nicht gefallen und gibt ihm regelmäßig Kontra. Doch als Cora eines Nachts in Schwierigkeiten gerät, muss sie ausgerechnet Dean um Hilfe bitten.

Kurz darauf werden die beiden gemeinsam entführt und finden sich in der Gewalt eines Mannes wieder, der eigene Vorstellungen davon hat, wie er mit seinen Gefangenen umgehen will. Cora wird dabei mit immer grausameren Situationen konfrontiert und muss Dinge ertragen, die sie an ihre körperlichen und emotionalen Grenzen bringen.

Dean ist währenddessen ständig an ihrer Seite. Doch obwohl er verzweifelt versucht, ihr beizustehen, kann er sie nicht vor dem schützen, was der Entführer mit ihr vorhat. Stattdessen wird auch Dean in dessen grausames Spiel hineingezogen und gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die ihre ohnehin komplizierte Beziehung auf eine völlig neue Ebene bringen.

In dieser Extremsituation bleibt Cora kaum etwas anderes, als sich an Dean festzuhalten. Ausgerechnet der Mann, den sie jahrelang als ihren persönlichen Erzfeind betrachtet hat, wird zu ihrer einzigen vertrauten Bezugsperson. Während sie gemeinsam versuchen, die Gefangenschaft zu überstehen, beginnt Cora, Dean und ihre bisherige Beziehung zueinander mit anderen Augen zu sehen.

Die Entführung stellt nicht nur ihre körperlichen und emotionalen Grenzen auf die Probe, sondern verändert auch die Verbindung zwischen den beiden nachhaltig.

Persönliche Meinung

Still Beating hat mich deutlich stärker getroffen, als ich ursprünglich erwartet hatte. Gerade der Einstieg ist unglaublich bedrückend und emotional und schafft es, die Ausweglosigkeit der Situation sehr schnell spürbar zu machen.

Dabei fand ich besonders gut, dass Jennifer Hartmann nicht versucht, die schlimmsten Ereignisse mit möglichst vielen Details auszuschmücken. Man versteht sehr genau, was passiert, und die Grausamkeit kommt trotzdem an. Vieles wird eher angedeutet, wodurch die Szenen für mich teilweise sogar noch intensiver wirkten.

Am stärksten fand ich allerdings die Verbindung zwischen Cora und Dean. Ausgerechnet zwei Menschen, die sich vorher kaum ausstehen konnten, sind plötzlich gezwungen, gemeinsam etwas Unfassbares zu überstehen. Dabei war ihre Beziehung für mich lange überhaupt keine klassische Liebesgeschichte. Sie halten sich gegenseitig irgendwie über Wasser, weil niemand sonst wirklich nachvollziehen kann, was sie erlebt haben. Dieses gegenseitige Bedürfnis nach dem anderen fand ich unglaublich intensiv.

Nach diesem sehr starken Einstieg verändert sich die Geschichte allerdings deutlich. Der Schwerpunkt liegt nun weniger auf der eigentlichen Gefangenschaft und viel mehr auf den Folgen. Trauma, Schuld, Vertrauen und die Frage, wie man nach solchen Erlebnissen überhaupt wieder in einen normalen Alltag zurückfinden soll, nehmen immer mehr Raum ein.

Genau hier hätte ich mir stellenweise noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Einige Entwicklungen gingen mir persönlich zu schnell und gerade bei der Verarbeitung der Erlebnisse hätte ich mir mehr echte Auseinandersetzung gewünscht. Zwischenzeitlich wurde die Beziehung zwischen Cora und Dean für mich außerdem ziemlich toxisch, wodurch ich mit manchen Entwicklungen Schwierigkeiten hatte.

Auch das Ende war mir dann ein kleines bisschen zu sehr Friede, Freude, Eierkuchen. Nach allem, was die beiden durchgemacht haben, hätte ich mir einen etwas differenzierteren Abschluss gewünscht.

Fazit

Trotzdem hat mich Still Beating wirklich gefesselt und vor allem der erste Teil wird mir definitiv im Gedächtnis bleiben. Für mich ist es ein Buch, das gerade durch seinen intensiven Einstieg sehr viel auslöst und anschließend zeigt, wie schwer es sein kann, mit den Folgen eines Traumas weiterzuleben. Die Längen gegen Ende haben mich zwar etwas gestört, insgesamt war es aber eine sehr eindringliche Geschichte.

Meine Wertung

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