Heaven 3: Sie besitzen mich

Kurzbeschreibung

Ich wollte vor ihnen gerettet werden.

Doch jetzt weiß ich, dass ich niemals von ihnen loskommen möchte.

Ich will nicht nur einen, sondern alle.

Eigentlich habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als von den Poets, den fünf heißen Gangster Rappern wegzukommen. Als mein Bruder jedoch mich und Over während ihres Konzerts entführen lässt, beginnt der endgültige Albtraum: Henry stellt grausame Dinge mit Over an, nur um mir seinen Willen aufzuzwingen. Er verlangt, dass ich mich gegen die Poets stelle und Pray absichtlich schade. Doch mein Herz habe ich längst an die fünf Männer verloren. Dennoch muss ich mich entscheiden, welchen von ihnen ich für das Wohl der anderen opfere, auch wenn es mich zerstören wird.

Es gibt kein Entkommen.

Inhaltsangabe

Die Ereignisse setzen direkt nach den Entwicklungen des vorherigen Bandes ein und stellen die Beziehung zwischen Ravenna und den Poets erneut auf die Probe. Innerhalb der Gruppe entstehen Unsicherheiten, Misstrauen und offene Fragen – besonders bei Pray, der zunehmend davon überzeugt ist, dass ihm wichtige Informationen vorenthalten wurden.

Vor allem die Verbindung zwischen Ravenna und Over beschäftigt ihn. Für ihn wirken einige Ereignisse nicht zufällig, und er beginnt zu vermuten, dass die beiden mehr miteinander zu tun haben könnten, als sie bisher gezeigt haben. Seine Zweifel bleiben nicht nur bei ihm selbst, sondern beeinflussen auch die Stimmung innerhalb der gesamten Gruppe.

Während die Unsicherheit wächst, wird klar, dass Ravenna und Over verschwunden sind und die Suche nach ihnen schnell oberste Priorität bekommt. Die Poets setzen alles daran, ihre Spur aufzunehmen und herauszufinden, was wirklich passiert ist. Dabei geraten sie immer tiefer in eine Situation, die deutlich persönlicher und gefährlicher wird, als zunächst angenommen.

Nach und nach zeigt sich, dass hinter dem Verschwinden mehr steckt als ein einfacher Konflikt oder eine spontane Entscheidung. Eine zentrale Rolle spielt Ravennas Bruder, dessen Handlungen weit über das hinausgehen, was die anderen erwartet haben. Statt schnelle Lösungen zuzulassen, nutzt er die Situation gezielt aus und scheint daran interessiert zu sein, Kontrolle auszuüben und seine eigenen Spiele mit den Beteiligten zu treiben.

Für Ravenna und Over bedeutet das nicht nur Gefangenschaft, sondern auch psychischen Druck und eine Situation, in der sie zunehmend an ihre Grenzen geraten. Gleichzeitig zwingt die Suche die Poets dazu, sich mit ihren eigenen Motiven, Loyalitäten und Gefühlen auseinanderzusetzen.

Zwischen Misstrauen, Schuldfragen und dem Versuch herauszufinden, wem man überhaupt noch glauben kann, entwickelt sich die Geschichte weiter und bringt neue Seiten der Figuren zum Vorschein.

Persönliche Meinung

Nach Band 2 hatte ich wirklich hohe Erwartungen an den Abschluss, weil die Geschichte an einem Punkt stand, an dem für mich vieles offen und spannend war. Umso enttäuschter war ich leider, wie schnell sich am Ende alles aufgelöst hat.

Dabei fing der Band gar nicht schlecht an. Die Ausgangssituation hatte Potenzial, die Stimmung war angespannter und ich dachte mehrfach: Jetzt wird es ernst. Jetzt müssen die Figuren Entscheidungen treffen, Konsequenzen tragen und sich wirklich mit dem auseinandersetzen, was passiert ist.

Genau das blieb für mich aber leider aus.

Mein größter Kritikpunkt war tatsächlich, dass die Geschichte immer wieder an Stellen zur körperlichen Anziehung zurückkehrt, an denen ich es überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Die Figuren befinden sich teilweise in Situationen, in denen Angst, Stress, Unsicherheit oder schlicht Überlebensinstinkt im Vordergrund stehen müssten – und trotzdem wird sehr schnell wieder der Fokus auf Sex gelegt.

Und ich saß mehr als einmal da und dachte mir: Ihr wollt jetzt ernsthaft miteinander schlafen? In genau diesem Moment? Statt vielleicht erstmal wegzukommen? Zu reden? Zu verarbeiten, was gerade passiert ist?

Dadurch haben viele Szenen für mich leider ihre Wirkung verloren. Nicht weil ich grundsätzlich etwas gegen Spicy-Szenen hätte – ganz im Gegenteil, wenn sie gut eingebaut sind, lese ich sie gerne. Aber hier hatte ich oft das Gefühl, dass sie Situationen ersetzen, die eigentlich emotional oder erzählerisch hätten ausgearbeitet werden müssen.

Dazu kam leider, dass die Auflösung selbst sehr plötzlich wirkte. Konflikte, die vorher groß aufgebaut wurden, waren überraschend schnell erledigt und einige Logiklücken haben mich zusätzlich aus dem Lesefluss gezogen. Dadurch wirkte das Ende auf mich weniger intensiv als erhofft.

Besonders schade finde ich das deshalb, weil die Reihe durchaus gute Ansätze hatte. Die Figuren, die Dynamiken und manche Ideen hätten für mich deutlich mehr hergegeben.

Fazit

Für mich leider ein schwaches Ende. Nicht wegen der Spicy-Szenen an sich – sondern weil sie für mein Gefühl zu oft an unpassenden Stellen im Mittelpunkt standen und dadurch Spannung und Glaubwürdigkeit verloren gingen. Das Ende ging mir insgesamt zu schnell und ließ leider einiges an Potenzial liegen.

Meine Wertung