Die Beschwörung des Lichts

Kurzbeschreibung

Magie, Intrigen, Täuschung, Abenteuer – und Piraten. »Die Beschwörung des Lichts« von V.E. Schwab ist das große Finale der Weltenwanderer-Trilogie um die vier unterschiedlichen Versionen von London.
»Wie tötet man einen Gott?« Diese Frage stellen sich Lila und Kell, als die Dunkelheit ihre Heimat, das Rote London, erfasst. Osaron, die finsterste Ausgeburt des Schwarzen London, hat in kurzer Zeit die Macht in der Stadt an sich gerissen. Und er möchte vor allem eins: verehrt werden. Selbst die stärksten Magier des Reiches kommen nicht gegen ihn an, also schmieden Kell und Lila einen verzweifelten Plan. Zusammen mit dem von seiner Familie verstoßenen Piraten Emery Alucard und dem zwielichtigen Antari Holland machen sie sich auf die Suche nach einem magischen Artefakt, das selbst Osaron in die Schranken weisen kann.

Inhaltsangabe

Osaron hat das Rote London mit erschreckender Geschwindigkeit unter seine Kontrolle gebracht. Die mächtige Verkörperung der Dunkelheit aus dem untergegangenen Schwarzen London kennt weder Gnade noch Zurückhaltung und strebt nach immer größerer Macht. Selbst die stärksten Magier scheinen seinem Einfluss kaum etwas entgegensetzen zu können. Die Stadt, die einst von lebendiger Magie erfüllt war, befindet sich nun in den Händen eines Gegners, dessen Kräfte beinahe grenzenlos erscheinen.

Kell und Lila sind jedoch nicht bereit, ihre Heimat kampflos aufzugeben. Gemeinsam suchen sie verzweifelt nach einer Möglichkeit, Osaron zu besiegen und das Rote London von seiner Herrschaft zu befreien. Doch wie vernichtet man einen Gegner, der beinahe einem Gott gleicht und dessen Macht aus der tiefsten Finsternis stammt?

Als sich abzeichnet, dass sie Osaron mit gewöhnlicher Magie nicht bezwingen können, bleibt ihnen nur die Suche nach einer anderen Waffe. Dafür müssen Kell und Lila ausgerechnet Bündnisse mit Menschen eingehen, denen sie nur bedingt vertrauen können. Der verstoßene Pirat Emery Alucard wird ebenso Teil ihres gefährlichen Vorhabens wie Holland, der geheimnisvolle Antari aus dem Weißen London.

Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem uralten magischen Artefakt, das mächtig genug sein könnte, selbst Osaron etwas entgegenzusetzen. Doch der Weg dorthin ist gefährlich und die Zeit läuft ihnen davon. Während das Rote London immer weiter unter der Dunkelheit leidet, müssen Kell, Lila und ihre ungewöhnlichen Verbündeten alles riskieren, um eine letzte Chance auf Rettung zu erhalten.

Schon bald wird deutlich, dass eine Macht, die groß genug ist, um einen beinahe unbesiegbaren Gegner zu vernichten, niemals ohne Gegenleistung zu haben ist. Der Preis für die Rettung ihrer Welt könnte höher ausfallen, als sie sich vorstellen können – und möglicherweise nicht nur mit Magie, sondern auch mit Blut bezahlt werden.

Persönliche Meinung

Für mich gehört die Vier-Farben-der-Magie-Trilogie eindeutig zu einer erwachseneren Form der Fantasy. Die Geschichte scheut weder Gewalt noch Blut und verbindet ihre magische Welt mit komplexen Beziehungen und Figuren, die alles andere als perfekt sind. Gerade diese Ecken und Kanten haben dafür gesorgt, dass mir die Charaktere im Laufe der Reihe immer mehr ans Herz gewachsen sind.

Kell, der mächtige Antari des Roten Londons, ist gleichzeitig königlicher Bote, Bruder und heimlicher Schmuggler. Lila stammt aus dem Grauen London und geht mit ihren Messern ebenso geschickt um wie mit gefährlichen Situationen. Rhy besitzt als Kronprinz zwar keinerlei Magie, spielt für Kell und die gesamte Geschichte jedoch eine umso bedeutendere Rolle. Und dann ist da noch Holland – eine Figur, die mich bereits in den vorherigen Bänden fasziniert hat. Seine Vergangenheit, seine Entscheidungen und seine Verbindung zum Weißen London machen ihn zu einem der interessantesten Charaktere der gesamten Reihe.

Gerade im Finale bekommt Holland endlich mehr Raum. Man erfährt deutlich mehr über ihn und beginnt dadurch, einige seiner früheren Handlungen mit anderen Augen zu betrachten. Besonders gut gefällt mir, dass V. E. Schwab ihre Figuren selten eindeutig in Gut und Böse einteilt. Sie alle treffen Entscheidungen, machen Fehler und handeln aus Gründen, die sich nicht immer sofort erschließen. Dadurch wirken sie vielschichtig und überraschend menschlich.

Auch das Worldbuilding bleibt eine der größten Stärken der Reihe. Die verschiedenen Londons besitzen ihre eigene Atmosphäre, ihre eigene Geschichte und ein jeweils anderes Verhältnis zur Magie. Die Idee, dass nur wenige Menschen zwischen diesen Welten reisen können, hat mich bereits im ersten Band begeistert und verliert auch im Finale nichts von ihrer Faszination. Durch den bildhaften Schreibstil entstehen die unterschiedlichen Welten beim Lesen mühelos vor dem inneren Auge.

Mit rund 700 Seiten ist der Abschluss alles andere als kurz, dennoch fühlte er sich für mich keineswegs zu lang an. Dafür passiert schlicht zu viel. Spannung, Hoffnung, Verluste und emotionale Momente wechseln sich ab, während die Figuren noch einmal entscheidende Entwicklungen durchlaufen. Besonders gelungen fand ich dabei die Botschaft, dass Stärke nicht immer bedeutet, alles allein bewältigen zu müssen. Ausgerechnet Figuren mit komplizierter gemeinsamer Vergangenheit müssen lernen, zusammenzuarbeiten und einander zumindest weit genug zu vertrauen, um einem übermächtigen Gegner entgegenzutreten.

Der Abschied von Kell, Lila, Rhy, Holland und den anderen Figuren fiel mir entsprechend schwer. Nach drei Bänden waren mir diese außergewöhnlichen Charaktere und ihre Welten so vertraut geworden, dass ich problemlos noch viele weitere Geschichten über sie gelesen hätte.

Fazit

Für mich ist dieser Band ein starker und emotionaler Abschluss einer außergewöhnlichen Fantasy-Trilogie. Die komplexen Figuren, das faszinierende Konzept der verschiedenen Londons und die Entwicklung über alle drei Bücher hinweg haben die Reihe für mich zu etwas Besonderem gemacht. Auch die Hörbuchumsetzung konnte überzeugen: Der Sprecher verleiht den unterschiedlichen Figuren passende Stimmen und macht die Geschichte dadurch noch lebendiger. Eine Reihe, die für mich definitiv zu den Fantasy-Highlights gehört.

Meine Wertung

Schreibe einen Kommentar