Gestrandet im Nirgendwo: Eigentlich wollte Hazel ins sonnige L. A., um ihre zerrüttete Kindheit zu vergessen und als Songwriterin durchzustarten. Doch mitten in der texanischen Prärie gibt ihr Wagen im Städtchen Copper Creek den Geist auf. Ohne Geld und ohne Plan ist ein Job als Nanny auf einer abgelegenen Ranch ihre letzte Rettung.
Nach einem tragischen Verlust sorgt der mürrische ehemalige Rodeo-Star Wyatt allein für seine Nichte und seinen Neffen und lässt nur ungern jemanden an sich heran. Bei Nächten am Lagerfeuer, Ausritten in der Prärie und Hazels gefühlvollen Songs sprühen jedoch bald die Funken zwischen den beiden. Aber je näher Hazel und der sexy Cowboy sich kommen, desto mehr geraten ihre vorsichtig aufgebauten Zukunftspläne ins Wanken …
Hazel will eigentlich nur weg. Sie möchte ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und zu einer Freundin flüchten, um irgendwo neu anzufangen. Das Songschreiben begleitet sie dabei eher als Hobby und als etwas, das ihr persönlich viel bedeutet. Doch bevor sie überhaupt bei ihrer Freundin ankommt, gibt ihr Auto ausgerechnet mitten in Texas den Geist auf.
Damit landet sie unfreiwillig auf der Ranch von Wyatt. Der ehemalige Rodeo-Star lebt inzwischen ein völlig anderes Leben. Er kümmert sich um die Ranch und gleichzeitig um seine Nichte und seinen Neffen. Seit seiner Verletzung aus der Rodeo-Zeit trägt er einiges mit sich herum, doch Hilfe anzunehmen kommt für ihn eigentlich nicht infrage. Er versucht, alles alleine auf die Reihe zu bekommen, obwohl ihm der Alltag zunehmend über den Kopf wächst.
Durch einen kleinen Zwischenfall mit seiner Nichte begegnet Wyatt schließlich Hazel und bietet ihr an, als Nanny auf der Ranch zu arbeiten. Für Hazel ist das eigentlich nur eine Übergangslösung, bis sie ihre eigentliche Reise fortsetzen kann. Doch je länger sie dort bleibt, desto mehr wird sie Teil des Familienalltags.
Vor allem zu Wyatts Nichte und seinem Neffen baut Hazel schnell eine enge Verbindung auf. Sie kümmert sich nicht nur um die beiden, sondern interessiert sich wirklich für ihr Leben, ihre Schule, ihre Hobbys und die vielen kleinen Dinge, die ihnen wichtig sind. Dadurch entsteht zwischen ihnen eine familiäre Nähe, mit der zunächst wohl niemand gerechnet hat.
Auch zwischen Hazel und Wyatt entwickelt sich langsam etwas. Die beiden fühlen sich zueinander hingezogen, gleichzeitig tragen sie beide ihre eigenen Erfahrungen mit sich herum. Wyatt hat noch immer mit den Folgen seiner Vergangenheit als Rodeo-Reiter zu kämpfen, während Hazel vor etwas davonläuft, das sie unbedingt hinter sich lassen möchte.
Nach und nach kommen immer mehr Dinge aus Hazels Vergangenheit ans Licht. Auch Sucht und schwierige Familienverhältnisse spielen eine Rolle und machen deutlich, warum Hazel überhaupt versucht, ihr altes Leben zurückzulassen.
Während Hazel eigentlich nur vorübergehend auf der Ranch bleiben wollte, verändert sich ihre Situation immer mehr. Aus dem unfreiwilligen Zwischenstopp wird ein neues Zuhause auf Zeit, aus der Betreuung der Kinder entsteht eine enge Verbindung zur Familie und aus der anfänglichen Begegnung zwischen Hazel und Wyatt entwickelt sich langsam eine Liebesgeschichte.
Dust and Dreams ist für mich eine klassische Cowboy-Romance, die genau das mitbringt, was man von diesem Genre erwartet: Ranchleben, Kleinstadtatmosphäre, ein mürrischer Cowboy, eine sympathische Protagonistin und natürlich Gefühle, die irgendwann ihren eigenen Weg gehen.
Wyatt und Hazel haben mir als Hauptfiguren gut gefallen. Beide bringen ihre eigenen Päckchen mit und gerade ihre unterschiedlichen Ausgangssituationen machen ihre Entwicklung interessant. Besonders schön fand ich, dass man durch die wechselnden Perspektiven beide Seiten kennenlernen kann. Dadurch bekommt man nicht nur mit, was sie tun, sondern auch, warum sie bestimmte Entscheidungen treffen und welche Gedanken hinter ihrem Verhalten stecken.
Auch die Nebenfiguren haben für mich einiges zur Geschichte beigetragen. Copper Creek bekommt dadurch richtig dieses typische Kleinstadtgefühl und gerade die Kinder aus Wyatts Familie bringen zusätzlich Leben in die Handlung. Die Szenen mit ihnen sorgen dafür, dass die Geschichte nicht ausschließlich auf der Liebesbeziehung zwischen Hazel und Wyatt aufbaut.
Allerdings war für mich ziemlich schnell abzusehen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Bei einer Romance ist das Happy End natürlich Teil des Konzepts und damit kann ich auch wunderbar leben. Trotzdem waren mir einige Dialoge und Situationen einfach zu vorhersehbar. Ich habe dadurch öfter schon geahnt, was als Nächstes passieren oder welcher Satz gleich fallen würde. Ein bisschen mehr Überraschung oder etwas, das die Geschichte aus der Masse der Cowboy-Romances heraushebt, hätte mir deshalb gut gefallen.
Was mich außerdem aus dem Lesefluss gebracht hat, waren manche Formulierungen. Besonders der häufig verwendete Begriff „Titten“ hat mich unfassbar gestört. Für mich klingt das Wort ziemlich derb und teilweise abwertend und dadurch konnte ich manche Szenen nicht so genießen, wie es vermutlich gedacht war.
Abgesehen davon ist das Buch angenehm geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Die Entwicklung von Hazel und Wyatt wird nachvollziehbar aufgebaut und beide verändern sich im Laufe der Geschichte. Gerade die Mischung aus Romance, Familienleben und Kleinstadtatmosphäre macht das Buch zu einer entspannten Lektüre. Die Spicy-Szenen waren top!
Eine schöne Cowboy-Romance für zwischendurch, die zwar wenig Überraschungen bereithält, dafür aber sympathische Hauptfiguren, eine gemütliche Kleinstadt und eine angenehme Liebesgeschichte bietet. Wer mit den typischen Genre-Klischees gut leben kann und einfach Lust auf einen Cowboy, Ranch-Atmosphäre und ein sicheres Happy End hat, dürfte mit Dust and Dreams einige schöne Lesestunden verbringen.