Das Reich der sieben Höfe – Frost und Mondlicht

Kurzbeschreibung

Der schreckliche Kampf gegen Hybern ist nicht spurlos an Feyre, Rhys und ihren Gefährten vorbeigegangen. Trotzdem geben sie alles dafür, den Hof der Nacht wiederaufzubauen und den unsicheren Frieden im Reich zu erhalten. Die bevorstehende Wintersonnenwende bietet die perfekte Gelegenheit, endlich abzuschalten und gemeinsam zu feiern. Doch auch die festliche Atmosphäre kann die Schatten der Vergangenheit nicht zurückhalten – denn Feyres Freunde tragen tiefe Wunden in sich und ihren Verbündeten aus dem Krieg ist noch lange nicht zu trauen.

Inhaltsangabe

Nach dem verheerenden Krieg gegen Hybern kehrt zunächst Ruhe in die Welt der Fae ein. Der vierte Band setzt daher deutlich ruhiger an und beschäftigt sich vor allem mit den Folgen des Krieges. Die Bewohner müssen ihre Verluste verarbeiten, die entstandenen Schäden beseitigen und gleichzeitig dafür sorgen, dass der neu gewonnene Frieden bestehen bleibt.

Im Hof der Nacht stehen deshalb zahlreiche Aufgaben an. Velaris muss wieder aufgebaut werden, die Grenzen des Reiches benötigen zusätzlichen Schutz und die während des Krieges entstandenen Bündnisse müssen gefestigt werden. Feyre und Rhysand übernehmen dabei weiterhin wichtige Aufgaben und stehen auch auf persönlicher Ebene im Mittelpunkt. Neben den politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen wird ihre gemeinsame Beziehung weiter vertieft.

Zwischen Feyre und Rhysand gibt es zahlreiche innige Momente, in denen ihre Verbindung und ihr gemeinsames Leben im Vordergrund stehen. Auch ihre körperliche Beziehung spielt erneut eine Rolle, wobei die beiden versuchen, nach den traumatischen Ereignissen des Krieges wieder Normalität in ihren Alltag zu bringen.

Gleichzeitig rückt Nesta stärker in den Mittelpunkt. Sie hat große Schwierigkeiten, mit den vergangenen Ereignissen und ihrer neuen Situation umzugehen, und verliert sich zunehmend in einem selbstzerstörerischen Lebensstil. Auch Cassian trägt seine eigenen Belastungen mit sich und versucht, mit den Folgen des Krieges und seinen persönlichen Problemen zurechtzukommen. Zwischen den beiden entwickelt sich dadurch eine weitere wichtige Handlung innerhalb des Bandes.

Neben dem Wiederaufbau von Velaris richtet sich der Blick schließlich auf die bevorstehende Wintersonnenwende. Das Fest besitzt für den Hof der Nacht eine besondere Bedeutung und bringt die verschiedenen Charaktere zusammen. Zwischen den Feierlichkeiten, persönlichen Gesprächen und den Nachwirkungen des Krieges bietet der Band damit einen Einblick in das Leben der Figuren nach den großen Ereignissen der vorherigen Bücher.

Persönliche Meinung

Puh, dieser Band fühlt sich im Vergleich zu den vorherigen Teilen wirklich wie eine kleine Verschnaufpause an – und genau das hat mir diesmal richtig gut gefallen. Nach all den großen Kämpfen und den Ereignissen aus dem letzten Band geht es hier viel stärker darum, was eigentlich danach passiert. Velaris wird wieder aufgebaut, die Menschen versuchen, in ihren Alltag zurückzufinden, und auch der Hof der Träume muss sich mit den Folgen des Krieges auseinandersetzen.

Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Feyre und Rhysand und natürlich ihre Beziehung. Gleichzeitig bekommt man aber auch viel mehr von den anderen Charakteren mit. Zur Wintersonnenwende kommen alle im Stadthaus zusammen und eigentlich sollte es eine schöne, gemütliche Zeit werden. Trotzdem merkt man schnell, dass längst nicht alle den Krieg einfach hinter sich lassen konnten. Manche tragen ihre Erlebnisse deutlich schwerer mit sich herum, als es zunächst den Anschein macht. Gerade diese ruhigeren Momente und die Gedanken der Charaktere haben mir gut gefallen, weil sie zeigen, dass auch nach einer gewonnenen Schlacht nicht plötzlich alles wieder in Ordnung ist.

Überhaupt passiert in diesem Band vieles auf einer viel kleineren Ebene. Es geht nicht ständig um große Gefahren oder die nächste Katastrophe, sondern um Beziehungen, persönliche Entscheidungen, Streitigkeiten, Versöhnungen und darum, wie die Charaktere miteinander umgehen. Dadurch fühlt sich die Geschichte erstaunlich alltäglich und gleichzeitig sehr persönlich an. Ich mochte diese Seite von Velaris wirklich gerne, weil man dadurch das Gefühl bekommt, die Figuren nicht nur während ihrer großen Abenteuer zu begleiten, sondern tatsächlich ein Stück ihres Lebens mitzuerleben.

Besonders schön fand ich außerdem, dass diesmal einige andere Charaktere stärker zu Wort kommen. Der größte Teil wird zwar weiterhin aus Feyres und Rhysands Perspektive erzählt, aber auch Cassian, Morrigan und Nesta bekommen eigene Kapitel. Dadurch erhält man neue Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle und versteht teilweise besser, was in ihnen vorgeht. Auch einige bekannte Gesichter tauchen wieder auf, darunter Lucien und Tamlin. Gerade dort gibt es Entwicklungen, mit denen ich so nicht unbedingt gerechnet hatte.

Und natürlich darf auch die Beziehung zwischen Feyre und Rhysand nicht fehlen. Die beiden bekommen hier deutlich mehr Raum für ihre gemeinsame Zeit, was nach allem, was sie durchgemacht haben, irgendwie genau richtig war. Es ist weniger dieses große, dramatische Liebesdrama, sondern viel mehr das gemeinsame Ankommen und der Versuch, sich ein normales Leben aufzubauen.

Fazit

Für mich war dieser Band eine richtig angenehme Abwechslung zu den vorherigen Teilen. Er ist deutlich ruhiger, aber keineswegs langweilig. Ich glaube sogar, dass diese Atempause nach dem Krieg notwendig war, damit die ganzen Ereignisse überhaupt einmal verarbeitet werden können.
Es fühlte sich ein bisschen so an, als würde man nach einem unglaublich turbulenten Urlaub endlich wieder zu Hause ankommen, sich mit Freunden zusammensetzen und einfach einen gemütlichen Abend verbringen. Genau diese Atmosphäre hatte das Buch für mich. Ich konnte mich zurücklehnen, Zeit mit den Charakteren verbringen und musste nicht permanent darauf warten, dass gleich wieder irgendetwas völlig eskaliert. Schön!

Meine Wertung

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