Das hungrige Haus

Kurzbeschreibung

Plötzlich hörte ich ein Geräusch wie das Summen eines Kühlschranks oder eines Insekts, das Holz frisst. Je länger ich lauschte, desto mehr kam es mir wie ein Kauen vor. Als hätte das Haus Hunger …

Das neue Haus soll für Claire und ihre Familie ein Neuanfang werden. Sie tauschen San Francisco gegen die Vorstadtidylle, nach der sich Claire seit ihrer turbulenten Kindheit sehnt. Doch noch während sie Kisten auspacken und Bilder aufhängen, bemerkt Claire, dass etwas nicht stimmt. Schockiert erkennt sie: Das Haus hat Hunger. Es vertilgt alles, was nicht lebt: Umzugskartons, Schnittblumen, das Lieblingsspielzeug ihrer Tochter – oder ein totes Tier. Und was das Haus verschlingt, verschwindet nicht nur spurlos: Bis auf Claire und Tom kann sich auch niemand daran erinnern, dass es je existiert hat. Die beiden versuchen, den seltsamen Vorgängen auf den Grund zu gehen und die Geheimnisse des Hauses zu lüften. Und die sind tödlicher, als Claire ahnt …

Inhaltsangabe

Claire erfüllt sich gemeinsam mit ihrer Familie den Wunsch nach einem neuen Zuhause und zieht in ein älteres Haus, das sie sofort in seinen Bann zieht. Doch schon nach kurzer Zeit geschehen merkwürdige Dinge: Lebensmittel und verschiedene Gegenstände verschwinden, ohne dass sich erklären lässt, wohin sie geraten sind.
Zunächst versucht Claire, die Vorfälle auf gewöhnliche Weise zu erklären. Als sie jedoch feststellt, dass nicht nur Dinge verloren gehen, sondern auch die Erinnerungen daran allmählich verblassen, beginnt sie, an ihrer bisherigen Wahrnehmung zu zweifeln.
Entschlossen, den ungewöhnlichen Ereignissen auf den Grund zu gehen, sucht Claire nach Antworten. Dabei stößt sie auf immer beunruhigendere Hinweise, die darauf hindeuten, dass mit dem Haus etwas Grundlegendes nicht stimmt. Was als Traum vom perfekten Zuhause begann, entwickelt sich zunehmend zu einem unheimlichen Rätsel, dessen Geheimnis Claire unbedingt entschlüsseln muss.

Persönliche Meinung

Der Schreibstil von Max Doty ist angenehm und unkompliziert, sodass ich ziemlich schnell durch die Geschichte gekommen bin. Gleichzeitig baut sich schon früh eine düstere Atmosphäre auf, die sich durch das gesamte Buch zieht. Besonders die Idee eines Hauses, das einen eigenen Hunger entwickelt und nach und nach Dinge verschlingt, fand ich spannend. Daraus hätte man meiner Meinung nach einen richtig unheimlichen Horrorroman machen können.

Leider hatte ich während des Lesens immer wieder Schwierigkeiten mit dem Verhalten der Figuren. Manche Reaktionen konnte ich einfach nicht nachvollziehen, und es gab Situationen, in denen ich mich gefragt habe, warum bestimmte Ereignisse so problemlos hingenommen werden. Gerade bei einer Geschichte, die von ihrer unheimlichen Grundidee lebt, möchte ich mich auf das Geschehen einlassen können, ohne ständig über die Entscheidungen der Charaktere zu stolpern.

Hinzu kommen einige Szenen, die auf mich zu gewollt wirken. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass die Handlung unbedingt in eine bestimmte Richtung gelenkt werden musste, damit das Haus wieder etwas zu verschlingen bekommt. Dadurch ging für mich einiges an Glaubwürdigkeit verloren. Dabei hätte es diese erzwungenen Wendungen gar nicht unbedingt gebraucht. Mit etwas mehr Feingefühl und einer nachvollziehbareren Entwicklung der Ereignisse hätte die Geschichte meiner Meinung nach deutlich mehr Wirkung entfalten können.

Fazit

Das hungrige Haus bietet eine interessante Idee und eine passende, düstere Atmosphäre, kann mich mit der Umsetzung aber leider nicht vollständig überzeugen. Wer bereits viel Horror liest und entsprechend hohe Ansprüche an die Handlung stellt, könnte hier enttäuscht werden. Für Leser, die sich erst langsam an das Genre herantasten und Lust auf eine ungewöhnliche Geschichte haben, könnte das Buch dagegen durchaus einen Blick wert sein.

Meine Wertung

Schreibe einen Kommentar