Black Dagger 31 – die Diebin

Kurzbeschreibung

Sola Morte ist Einbrecherin aus Leidenschaft. Nicht die finanzielle Not treibt sie nachts in die Villen reicher Leute, sondern die pure Lust am Nervenkitzel. Als sie und ihre geliebte Großmutter dadurch ins Visier eines mächtigen Drogenbarons geraten, beschließt Sola, ihre kriminelle Laufbahn und Caldwell für immer hinter sich zu lassen – und Assail, den einzigen Mann, der jemals Gefühle in ihr geweckt hat. Sola ahnt nicht, dass Assail ein Vampir ist und dass seine dunkle Vergangenheit sie früher oder später doch noch einholen wird …

Inhaltsangabe

Assail wurde bereits einige Bände zuvor in die Geschichte eingeführt. Damals tritt er vor allem als skrupelloser Geschäftsmann auf, der mit Drogen handelt und dabei kaum Grenzen kennt. Selbst die Möglichkeit, an die Feinde der Vampire zu verkaufen, hält ihn nicht davon ab, solange das Geschäft stimmt. Seine Verbindung zur Bruderschaft ist deshalb von Anfang an kompliziert. Assail verfolgt seine eigenen Interessen und betrachtet seine Geschäfte weniger als persönlichen Angriff auf den König oder die Bruderschaft, sondern schlicht als Teil seines Geschäfts.
Sein Leben verändert sich, als er auf Marisol trifft. Die menschliche Einbrecherin gerät in seine Nähe und weckt schnell sein Interesse. Zwischen den beiden entsteht eine intensive Anziehung, obwohl Assail ihr seine wahre Identität als Vampir verschweigt. Ihre Verbindung bleibt jedoch nur von kurzer Dauer. Marisol hat nach einer Entführung vor allem ihre Großmutter im Blick und ist bereit, ihr bisheriges Leben grundlegend zu verändern, um deren Sicherheit zu gewährleisten.
Nachdem Assail über längere Zeit eher eine Nebenrolle in den Ereignissen einnimmt, entscheidet er sich schließlich für einen drastischen Schritt: Er begibt sich unter die Aufsicht der Bruderschaft, um seinen Drogenkonsum zu beenden. Damit beginnt für ihn ein schwieriger Entzug, der nicht nur körperlich, sondern auch psychisch an seine Grenzen führt. Gleichzeitig wird seine Geschichte mit den Entwicklungen rund um Doc Jane und Vishous verknüpft.
Auch die Beziehung zwischen Jane und Vishous befindet sich inzwischen in einer schweren Krise. Beide sind stark mit ihren jeweiligen Aufgaben beschäftigt. Jane konzentriert sich beinahe ausschließlich auf ihre Arbeit in der Klinik und ihre Patienten, während Vishous weiterhin als technisches Genie und Kämpfer für die Bruderschaft im Einsatz ist. Was sie lange miteinander verbunden hat, scheint zunehmend verloren zu gehen.
Besonders ihre frühere gemeinsame Entscheidung, keine Kinder haben zu wollen, bekommt eine neue Bedeutung. Während immer mehr Brüder Familien gründen, wird deutlich, dass dieses Thema zwischen Jane und Vishous nicht für die Stabilität sorgt, die sie sich davon einst versprochen hatten. Stattdessen führt ihre unterschiedliche Entwicklung dazu, dass sie sich immer weiter voneinander entfernen. Als beide erkennen, wie tief die Probleme bereits reichen, sind bereits Entscheidungen getroffen worden, die ihre Beziehung nachhaltig verändern.
Zusätzlich belastet das Verschwinden der Jungfrau der Schrift die Situation. Sie ist nicht nur Vishous‘ Mutter und die Schöpferin der Vampirrasse, sondern spielt auch für die Zukunft der gesamten Spezies eine entscheidende Rolle. Trotz seines tiefen Grolls gegen sie bleibt ihr Verschwinden nicht ohne Auswirkungen auf Vishous. Gleichzeitig stellt sich zunehmend die Frage, wer ihre Nachfolge antreten und welche Konsequenzen diese Veränderung für die Vampire haben wird.

Persönliche Meinung

Bei einer Reihe wie Black Dagger mit inzwischen unzähligen Charakteren finde ich es immer wieder beeindruckend, wie J. R. Ward die einzelnen Geschichten miteinander verbindet. Trotz der großen Anzahl an Figuren schafft sie es, die richtigen Charaktere zusammenzubringen und daraus Beziehungen entstehen zu lassen, die auf den ersten Blick manchmal überhaupt nicht zusammenpassen. Genau diese Mischung aus Hauptgeschichte und Nebenhandlungen funktioniert für mich auch hier wieder ziemlich gut.
Mein persönliches Highlight war ganz klar Assail. Ich bin ohnehin ein großer Fan von ihm und fand es spannend, ihn in dieser verletzlicheren Phase zu begleiten. Gerade seine Gedanken und seine innere Zerrissenheit haben mir gut gefallen. Besonders seine Trauer über das, was aus ihm geworden ist, gibt ihm noch einmal eine ganz andere Tiefe. Mit Marisol bin ich dagegen weniger warm geworden, auch wenn ihre gemeinsame Geschichte natürlich wichtig für seine Entwicklung ist.
Weniger begeistert war ich von der Schwester der Benloise-Brüder. Ihre Handlung hat für meinen Geschmack einfach zu viel Raum eingenommen und an einigen Stellen hätte ich lieber wieder mehr von Assail und den anderen Charakteren gelesen. Bei so vielen Figuren ist die Balance eben entscheidend und hier hätte ich mir teilweise eine andere Gewichtung gewünscht.
Sehr schön fand ich außerdem, dass auch V und Jane weiterhin eine größere Rolle spielen. Die beiden stecken inzwischen in einer wirklich gewaltigen Ehekrise und es war interessant zu verfolgen, wie weit sie sich voneinander entfernt haben. Gerade bei den beiden merkt man, dass nicht jede Beziehung innerhalb dieser Reihe automatisch problemlos funktioniert.
Und dann dieses Ende! Ich möchte natürlich nichts vorwegnehmen, aber der letzte große Moment hat mich wirklich kurz sprachlos gemacht. Der Schock war allerdings schneller vorbei, als ich erwartet hatte, weil die Auflösung praktisch direkt darauf folgt. Trotzdem war das definitiv ein Moment, bei dem mir erstmal die Luft weg blieb.

Fazit

Eine gute Fortsetzung mit spannenden Charakterentwicklungen und einigen emotionalen Momenten. Für mich nicht ganz ohne Schwächen, vor allem bei der Gewichtung einzelner Nebenhandlungen, aber insgesamt wieder ein schöner Black-Dagger-Band.

Meine Wertung

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