Ich bin ein Goldjunge. Ein genialer Jurastudent. Der Erbe des Carson-Imperiums und der pflichtbewusste Sohn – zumindest nach außen. Tief in mir lodert der Drang, die Welt in Brand zu setzen. Als eine Nacht außer Kontrolle gerät, fliegt mein Doppelleben fast auf. Ich dachte, meine Leichen wären sicher begraben, bis Kayden Lockwood, mein neuer Professor, auftaucht und droht, alles ans Licht zu bringen. Ich kann ihn nicht verraten, ohne meine eigenen Geheimnisse zu enthüllen. Aber ich kann ihn sein eigenes Gift kosten lassen.
Gareth ist ein brillanter Jurastudent, der genau weiß, wie intelligent und talentiert er ist. Arrogant und selbstbewusst tritt er nach außen als jemand auf, der sich von niemandem etwas sagen lässt. Hinter dieser Fassade verbirgt sich allerdings eine deutlich dunklere Seite. Gareth besitzt psychopathische Tendenzen und schreckt vor drastischen Mitteln nicht zurück. Wer Menschen verletzt, die er als die seinen betrachtet, kann schnell zu seinem Feind werden – und Gareth geht mit solchen Feinden alles andere als zimperlich um. Auch Stalking und Mord gehören zu den Dingen, vor denen er nicht zurückschreckt.
Auf einer Party begegnet Gareth einem fremden Mann, ohne zu wissen, wer sich hinter der Maske verbirgt. Auch sein Gegenüber erkennt ihn nicht. Zwischen den beiden entsteht eine unerwartete Begegnung, die schnell eine ganz eigene Dynamik entwickelt. Beide lassen sich auf etwas ein, ohne zu ahnen, welche Bedeutung diese Nacht später noch für sie haben wird.
Erst nach der Party nimmt Kaydens Geschichte eine neue Wendung: Er beginnt als neuer Professor am College und steht damit plötzlich Gareth gegenüber. Was dieser zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Der Mann, mit dem er auf der Party eine so besondere Begegnung hatte, ist ausgerechnet sein neuer Professor.
Kayden wiederum ist niemand, der sich von Gareth beeindrucken oder in dessen Spiel hineinziehen lässt. Statt sich seinen Regeln anzupassen, stellt er seine eigenen auf und bringt Gareth damit zunehmend aus dem Gleichgewicht. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wer Kayden wirklich ist und ob hinter seiner Rolle als Professor noch mehr steckt.
Damit beginnt zwischen den beiden ein gefährliches Spiel, bei dem keiner von ihnen bereit ist, freiwillig die Kontrolle abzugeben. Die Begegnung auf der Party und ihre spätere Beziehung am College und darüber hinaus, verbinden sich zu einer Konstellation, die für beide weitaus komplizierter wird, als sie zunächst ahnen.
Rina hat mich mit diesem Buch tatsächlich schon im ersten Kapitel gepackt. Dieses düstere Flair, dazu die noch viel düstereren Gedanken der beiden Protagonisten, haben direkt eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen. Ich war sofort drin und wollte unbedingt herausfinden, wohin diese Geschichte führt.
Gareth und Kayden sind dabei zwei Charaktere, die es einem wirklich nicht leicht machen, sie zu durchschauen. Beide verfolgen ihre eigenen Ziele und beide haben Gründe, warum eine Annäherung zwischen ihnen eigentlich gar nicht funktionieren dürfte. Trotzdem ziehen sie sich immer stärker an und bringen damit genau das ins Wanken, was sie unbedingt bewahren wollten.
Vor allem Gareth fand ich unglaublich interessant. Sein Image bedeutet ihm alles. Nach außen ist er der perfekte Golden Boy, doch hinter dieser Fassade sieht es ganz anders aus. Kayden lässt sich davon allerdings nicht beeindrucken und schafft es nach und nach, Schicht für Schicht hinter diese perfekte Oberfläche zu blicken. Gleichzeitig merkt man, wie sehr auch Kayden von Gareth beeinflusst wird und wie ihm zunehmend die Kontrolle entgleitet.
Zwischen den beiden entsteht dadurch ein ständiges Kräftemessen. Es geht um Macht, Dominanz und darum, wer letztendlich die Kontrolle über den anderen gewinnt. Beide sind unglaublich intensiv und teilweise so explosiv, dass man sich besser nicht zwischen sie stellt, wenn die Stimmung kippt. Gerade diese Machtspiele und ihre teilweise schon obsessive Art haben für mich aber einen großen Teil des Reizes ausgemacht.
Gareth und Kayden sind extrem komplexe Charaktere und genau deshalb wusste ich eigentlich nie, was als Nächstes passieren würde. Ihre Reaktionen waren kaum vorhersehbar und das galt eigentlich für die gesamte Handlung. Immer wieder gab es Entwicklungen, mit denen ich nicht gerechnet habe, wodurch die Spannung für mich durchgehend hoch blieb.
Auch die Spice-Szenen nehmen einen ziemlich großen Raum ein, aber ich fand, dass sie sehr gut in die Geschichte eingebunden und umgesetzt wurden. Für mich hat es dadurch nicht einfach nur nach Spice um des Spices willen gewirkt, sondern hat auch die Dynamik zwischen Gareth und Kayden unterstrichen.
Was mich aber am meisten begeistert hat, war, wie sehr ich die beiden trotz ihrer teilweise wirklich psychopathischen Tendenzen gefühlt habe. Man spürt ihre innere Zerrissenheit, ihre Widersprüche und den Kampf, den jeder von ihnen mit sich selbst führt. Genau diese Mischung aus Dunkelheit, Spannung, Machtspiel und emotionaler Tiefe hat mich komplett abgeholt.
Für mich war das ein unglaublich intensives und spannendes Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Gareth und Kayden werde ich definitiv nicht so schnell vergessen.