Ein tragischer Schicksalsschlag machte den jungen Vampirkrieger Axe zu einem melancholischen Einzelgänger. Nun setzt er alles daran, in die Bruderschaft der BLACK DAGGER aufgenommen zu werden, denn nur im Kampf gegen die Lesser, so glaubt er, kann er seinem Leben einen neuen Sinn verleihen. Das ändert sich an dem Tag, an dem er der Aristokratentochter Elise als Bodyguard zugeteilt wird und sich mehr und mehr zu der schönen Vampirin hingezogen fühlt. Doch gerade als sich die erotische Leidenschaft zwischen den beiden in Liebe zu verwandeln scheint, droht ein dunkles Geheimnis aus Axes Vergangenheit alles zu zerstören …
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und verbindet dabei die Handlung der neuen Generation mit bekannten Figuren aus der Bruderschaft. Im Mittelpunkt stehen der Rekrut Axe und die Aristokratin Elise, während Rhage und Mary einen weiteren wichtigen Handlungsstrang übernehmen.
Axe ist bereits aus dem ersten Band der Black Dagger Legacy-Reihe bekannt. Er stammt aus einfachen Verhältnissen und befindet sich weiterhin im Ausbildungsprogramm der Bruderschaft. Hinter seiner harten Fassade verbirgt sich jedoch ein junger Mann, der mit seiner Vergangenheit und schweren Erlebnissen zu kämpfen hat. Statt sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen, stürzt er sich immer wieder in Kämpfe und sexuelle Beziehungen und geht dabei zunehmend selbstzerstörerisch mit sich um.
Da Axe finanziell kaum Möglichkeiten hat, nimmt er schließlich einen ungewöhnlichen Auftrag an. Er soll als Bodyguard für Elise arbeiten, eine junge Vampirin aus der Glymera. Ihr Vater ist seit dem Tod ihrer Cousine besonders besorgt um seine Tochter und möchte sie deshalb besser geschützt wissen.
Elise lebt in einer Welt, die von den Regeln und Traditionen der Vampir-Aristokratie geprägt ist. Gleichzeitig weigert sie sich, die Rolle einzunehmen, die für Frauen ihrer gesellschaftlichen Stellung vorgesehen ist. Sie besitzt einen starken eigenen Willen, hinterfragt die Erwartungen ihrer Familie und versucht zunehmend, ihren eigenen Weg zu gehen. Auch gegenüber Axe begegnet sie ihm ohne die Vorurteile, die aufgrund seiner Herkunft zwischen ihnen stehen könnten.
Während Axe Elise beschützen soll, entwickelt sich zwischen den beiden eine immer engere Verbindung. Dabei treffen zwei Menschen aus völlig unterschiedlichen Welten aufeinander: der traumatisierte Rekrut aus einfachen Verhältnissen und die selbstbewusste Aristokratin, die sich zunehmend von den Regeln ihrer Gesellschaft löst.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Familie von Elise und den Folgen des Todes ihrer Cousine. Die Trauer liegt noch immer schwer über dem Haushalt und wird von den Familienmitgliedern unterschiedlich verarbeitet. Dabei wird deutlich, wie sehr unverarbeitete Verluste das Verhalten und die Beziehungen innerhalb einer Familie beeinflussen können.
Parallel dazu werden Rhage und Mary erneut begleitet. Ihre Beziehung hat sich nach ihrer Vereinigung weiterentwickelt und bringt inzwischen neue Herausforderungen mit sich. Die Probleme, die bereits in den vorherigen Bänden angedeutet wurden, nehmen nun konkretere Formen an und stellen das Paar vor Entscheidungen, die nicht nur ihre eigene Zukunft betreffen.
Damit verbindet der Band die Geschichte eines neuen Paares mit der Weiterentwicklung bereits bekannter Figuren und führt gleichzeitig die Handlung der Black Dagger Legacy-Reihe weiter.
Ich muss sagen, Axe war für mich ein Charakter, auf dessen Geschichte ich mich tatsächlich gefreut habe. Schon aus den vorherigen Bänden wusste man, dass hinter ihm einiges steckt, und gerade diese düstere, verletzliche Seite hat ihn für mich interessant gemacht. Er ist definitiv einer dieser Charaktere, bei denen man zwischendurch einfach denkt: Komm her, lass dich erstmal in den Arm nehmen.
Auch Elise hat mir gut gefallen. Ich mochte, dass sie nicht einfach das typische verwöhnte Mädchen aus der reichen Vampirgesellschaft war, sondern ihren eigenen Kopf hat und sich nicht alles gefallen lässt. Die beiden sind auf den ersten Blick so unterschiedlich, dass man eigentlich nur denken kann: Das kann ja niemals funktionieren. Und natürlich funktioniert genau das ziemlich gut.
Was ich an der Legacy-Reihe inzwischen besonders mag, ist, dass man die ganze Clique schon kennt und immer wieder mitbekommt, was bei den anderen passiert. Dazu kommen die bekannten Gesichter aus der eigentlichen Black-Dagger-Reihe, wodurch sich das Ganze immer noch wie ein großes zusammenhängendes Universum anfühlt. Ich liebe solche Wiedersehen einfach.
Die Liebesgeschichte hat mich diesmal allerdings nicht ganz so gepackt wie manche der vorherigen Geschichten. Sie war schön und emotional, aber mir fehlte ein bisschen dieses ganz besondere Feuer, das ich von J. R. Ward gewohnt bin. Dafür gab es wieder genügend Drama, Erotik und Action, sodass es trotzdem nie langweilig wurde.
Überhaupt schafft Ward es für mich immer wieder, auch ernstere Themen in ihre Geschichten einzubauen, ohne dass sich das Lesen dadurch schwer anfühlt. Dazu kommt ihr gewohnt lockerer Schreibstil, bei dem die Seiten einfach so dahin fliegen. Selbst wenn ich ungefähr weiß, in welche Richtung sich etwas entwickeln wird, lese ich trotzdem weiter, weil ich wissen möchte, wie sie dort hinkommt.
Für mich eine wirklich schöne Fortsetzung. Ich liebe diese Welt einfach und freue mich jedes Mal, wenn ich wieder zu den Brüdern und ihrer inzwischen riesigen Clique zurückkehren darf.