Eine irre Liebesgeschichte, ebenso gruselig wie herzerwärmend.
Ethan ist in das seltsamste Mädchen der Schule verliebt. Die mit den Spinnen im Haar. Die, die sie Spiderweb nennen.
Obwohl sie alle anderen Kinder in der Schule abschreckt, hält Ethan Spiderweb für das süßeste Mädchen der Welt. Aber es gibt ein Problem: Jedes Mal, wenn sie starke Gefühle hat … nun ja … explodiert ihr Gesicht.
Je näher die beiden sich kommen, desto absonderlicher wird ihr Zustand …
Der neue Roman vom Kultautor der Bizarro-Fiction. Verstörend explosiv.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ethan, ein junger Mann, dessen Alltag sich verändert, als er auf Spiderweb trifft. Ihre erste Begegnung wirkt zunächst unspektakulär und beinahe wie der Anfang einer klassischen Liebesgeschichte. Zwischen flüchtigen Blicken, kleinen Gesten und kurzen Begegnungen entsteht langsam eine Verbindung. Ohne viele Worte kommen sich die beiden näher, tauschen Nachrichten aus und entwickeln Gefühle füreinander, obwohl sie sich kaum wirklich kennen.
Doch schon früh zeigt sich, dass Spiderwebs Leben alles andere als gewöhnlich ist.
Bei einem gemeinsamen Ausflug passiert etwas, das Ethan jede Erwartung nimmt: Vor seinen Augen erlebt er ein verstörendes Ereignis, das mit Spiderwebs Körper zusammenhängt und eigentlich jede normale Beziehung unmöglich erscheinen lassen müsste. Trotzdem zieht er sich nicht zurück.
Nach und nach erfährt Ethan mehr über Spiderweb und ihre Familie. Seit Generationen werden ihre Angehörigen von einem ungewöhnlichen Phänomen begleitet. Starke Emotionen haben körperliche Auswirkungen, die sie kaum kontrollieren kann und die ihren Alltag, ihre Beziehungen und ihr gesamtes Leben bestimmen. Gefühle werden dadurch nicht nur zu etwas Innerlichem, sondern zu einer realen Gefahr.
Zusätzlich scheint Spiderweb auf seltsame Weise mit Spinnen verbunden zu sein. Dieses Motiv begleitet sie schon lange und hat ihr auch ihren ungewöhnlichen Spitznamen eingebracht. Zwischen Familiengeschichte, Geheimnissen und dem Versuch, trotz allem Nähe zuzulassen, beginnt Ethan zu verstehen, dass hinter Spiderweb weit mehr steckt, als er anfangs vermutet hat.
Während ihre Beziehung wächst, müssen beide herausfinden, ob Gefühle allein ausreichen, wenn selbst einfache Momente plötzlich unberechenbar werden können – und wie viel Nähe möglich ist, wenn jede Emotion Konsequenzen hat.
Ich bin wegen der völlig absurden Grundidee an das Buch gegangen und dachte wirklich: Das könnte entweder genial werden oder komplett eskalieren. Ein Mädchen, dessen Gesicht explodiert, sobald sie zu starke Gefühle empfindet? Das klingt so schräg, dass ich wirklich neugierig war.
Der Schreibstil selbst ist okay – flüssig, unkompliziert und schnell zu lesen. Daran lag es für mich definitiv nicht. Mein Problem war eher, dass die Geschichte gefühlt nie über ihre Grundidee hinausgeht.
Ständig passieren völlig absurde, einschneidende oder eigentlich erschütternde Dinge – und niemand reagiert angemessen darauf. Immer wieder hatte ich das Gefühl: So, jetzt kommt die Szene, in der die Figuren das verarbeiten oder wenigstens hinterfragen. Aber stattdessen wird kurz überrascht geschaut und danach einfach weitergemacht. Gerade die Erwachsenen wirken dadurch teilweise komplett unrealistisch.
Besonders frustrierend fand ich, dass die Geschichte viele interessante Ansätze nur oberflächlich anreißt und dann nie weiter ausführt. Das Familiensyndrom, die Auswirkungen auf den Alltag, die Reaktionen der Umwelt – überall wäre so viel Potenzial gewesen. Stattdessen hatte ich ständig das Gefühl, die Geschichte springt einfach zum nächsten verrückten Einfall.
Und manche Szenen waren für mich wirklich schwer ernst zu nehmen. Spätestens hier war ich komplett raus:
„Könnte etwas früh sein, aber willst du, auch wenn du erst 13 bist, meine 13 jährige Tochter heiraten?“ – „ja will ich.“
…mhm genau. Ist klar.
Ich mag schräge Bücher. Wirklich. Aber für mich braucht auch das Verrückteste noch eine gewisse innere Logik oder wenigstens Figuren, die sich verhalten wie echte Menschen. Hier wirkte es stellenweise leider so, als würde einfach ein kurioser Einfall an den nächsten gereiht werden, ohne sich Gedanken zu machen, wie Menschen darauf reagieren würden.
Fast schon schade, weil die Idee an sich wirklich kreativ und ungewöhnlich ist. Mit mehr Tiefe und etwas mehr Mühe bei den Figuren hätte daraus für mich etwas richtig Besonderes werden können.
Eine sehr verrückte Grundidee mit Potenzial, die für mich leider an oberflächlicher Umsetzung und kaum nachvollziehbaren Figurenreaktionen gescheitert ist. Originell ja – aber insgesamt leider deutlich schwächer als erhofft. Schade.