Kaum hat sich Vishous’ Zwillingsschwester Payne in der Bruderschaft der BLACK DAGGER eingelebt, da wird ihr Leben erneut auf den Kopf gestellt. Sie wird im Kampf zwischen den Vampiren und ihren Verfolgern schwer verwundet. Dr. Manuel Manello wird von der Bruderschaft gerufen, um die verletzte Payne gesundzupflegen.
Der Arzt ist der schönen Vampirin vom ersten Augenblick an verfallen, und auch Payne entbrennt sofort in flammender Leidenschaft zu dem charmanten Chirurgen. Doch Manuel ist ein Mensch und die Beziehung zwischen den beiden Liebenden ist somit so gut wie unmöglich. Die Dinge überschlagen sich, als Payne mit einem düsteren Geheimnis aus ihrer Vergangenheit konfrontiert wird…
Payne, die Zwillingsschwester von Vishous, hat in ihrem Leben bereits zahlreiche Verluste und Prüfungen ertragen müssen. Doch nun steht sie vor einer Entscheidung, die ihr alles abverlangt. Die strengen Regeln der Bruderschaft schreiben vor, dass eine Verbindung zwischen Vampiren und Menschen nicht bestehen darf, da sie die Sicherheit aller gefährden könnte. Payne wird gezwungen, sich von Manuel Manello zu trennen – dem Menschen, den sie liebt und dem sie ihr Vertrauen geschenkt hat.
Nach der Trennung versucht Payne, ihren Schmerz zu verdrängen, indem sie sich mit ganzer Kraft dem Kampf gegen die Lesser widmet. Auf den Straßen von Caldwell sucht sie Ablenkung im Gefecht und setzt dabei alles auf eine Karte. Doch während sie sich immer weiter in Gefahr begibt, trägt sie ein Geheimnis mit sich, das ihre Existenz bedroht und sie in eine lebensgefährliche Situation bringt.
Als Payne in eine ausweglose Lage gerät, erkennen Vishous und die übrigen Mitglieder der Bruderschaft, dass ihre Regeln allein nicht ausreichen, um sie zu retten. Sie sehen sich gezwungen, Manuel zurückzuholen, obwohl seine Anwesenheit Risiken birgt. Der menschliche Arzt kehrt zurück, um Payne zu helfen, und setzt alles daran, sie vor dem Tod zu bewahren. Ihm gelingt es, ihr die Kontrolle über ihren Körper zurückzugeben und ihre Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen.
Währenddessen kämpft Vishous nicht nur mit der Sorge um seine Schwester, sondern auch mit den eigenen inneren Konflikten. Seine Gefühle, seine Loyalität und seine Zweifel geraten zunehmend in Widerstreit.
Parallel zu diesen persönlichen Auseinandersetzungen formiert sich eine neue Bedrohung. Xcor, ein entschlossener Gegner der Bruderschaft, hat sich in Caldwell positioniert. Sein Ziel ist klar: Er will den König stürzen. Dabei eröffnet sich für ihn zugleich die Möglichkeit, eine lange gehegte Rache zu vollziehen. Ein Vorhaben, das das fragile Gleichgewicht zwischen den Fraktionen weiter ins Wanken bringt.
Von Anfang an steht über Payne und Manello dieses unausweichliche Wissen: Ihre Beziehung hat keine Zukunft. Mensch und Vampir. Zwei Welten, die sich berühren, aber nie wirklich vereinen können. Genau das macht ihre Geschichte so bittersüß. Payne trifft schließlich die schwere Entscheidung, Manello gehen zu lassen, obwohl sie ihn liebt. Besonders schmerzhaft fand ich dabei, dass sie seine Erinnerungen an sie nicht löscht, eine bewusste Entscheidung, die zeigt, wie sehr sie an ihm hängt und wie wenig sie bereit ist, diesen Teil ihres Lebens einfach auszulöschen.
Doch natürlich bleibt Manello nicht lange außen vor. Als Payne plötzlich verschwindet und Vishous erkennt, dass er alleine nicht weiterkommt, rückt Manello wieder in den Mittelpunkt des Geschehens. Die Suche nach Payne bringt einige überraschende Wendungen mit sich, vor allem, als klar wird, dass sie nicht von Lessern entführt wurde, sondern von Angehörigen der eigenen Spezies. Dieser Aspekt hat mir gut gefallen, weil er zeigt, dass die größte Gefahr nicht immer von außen kommen muss.
Spannend fand ich auch Wraths Reaktion. Entgegen seiner sonst so strengen Haltung lockert er seine Regeln und erlaubt Manello, zu bleiben, vielleicht sogar dauerhaft. Dieser Moment fühlte sich wie ein leiser Umbruch an und hat dem Ganzen eine neue Dynamik gegeben. Es wirkt, als würde sich hier langsam ein neuer Handlungsstrang öffnen, der in den kommenden Bänden noch wichtig werden könnte.
Natürlich bleibt die Grundstruktur der Geschichte vertraut. Entführung, verbotene Liebe zwischen zwei Spezies, Rettungsaktion, das kennt man aus der Reihe bereits. Und trotzdem funktioniert es für mich immer noch. Gerade weil man grob weiß, wohin die Reise geht, liest man umso gespannter weiter, um zu erfahren, wie genau sich alles entwickelt und welche emotionalen Hürden die Figuren diesmal überwinden müssen.
Mit Vishous hadere ich allerdings zunehmend. Am Anfang der Reihe mochte ich ihn sehr, doch inzwischen wirkt er auf mich innerlich immer zerrissener und unberechenbarer. Statt Heilung oder Entwicklung habe ich eher das Gefühl, dass seine inneren Konflikte immer größer werden. Payne hingegen erscheint deutlich geerdeter, klarer und stabiler, was umso erstaunlicher ist, wenn man bedenkt, dass sie Zwillinge sind.
Auch wenn sich bestimmte Muster wiederholen, bleibt die Geschichte um Payne und Manello emotional und spannend genug, um mich bei der Stange zu halten. Besonders Manellos Rolle macht neugierig auf das, was noch kommen könnte. Die Reihe erfindet sich nicht neu, aber sie weiß genau, warum sie funktioniert – und genau deshalb lese ich weiter.